Detaillierte bauakustische Berechnungen unter Anwendung
eines neuen europäischen Norm-Verfahrens, ergänzt
durch ein umfangreiches bauakustisches Messprogramm, abgewickelt
in einem neu erbauten mehrgeschossigen Wohnbau, bildeten
die Basis für die Untersuchung der Luftschallübertragung
zwischen Wohnungen.
Da auf Grund regionaler wirtschaftlicher Gegebenheiten
im Bundesland Salzburg der Holzbeton-Mantelstein im Geschoßwohnungsbau
favorisiert wird, wurde der Untersuchungsschwerpunkt auf
Wohnungstrennwände dieses Wandbildners konzentriert.
Baubegleitende Erhebungen dienten dabei der Erfassung bauakustisch
relevanter" Begleitumstände, welche einerseits
bei der Festlegung der Berechnungseingangsdaten von Bedeutung
waren und andererseits bei der Ergebnis-Interpretation eine
Hilfe darstellten.
Hinsichtlich der rechnerischen Dimensionierung auf Grundlage
der neuen ÖNORM EN 12354-1 kann bestätigt werden,
dass diese Methode - vorausgesetzt, es werden zutreffende
Eingabedaten verwendet - auf der sicheren Seite"
liegt, wobei diese Tendenz bei Verwendung biegeweicher Vorsatzschalen
noch verstärkt zu tragen kommt. Daraus kann gefolgert
werden, dass bei ungünstigen Messergebnissen im Vergleich
zu den Berechnungsergebnissen - zutreffende Berechnungsannahmen
vorausgesetzt - ein Ausführungsmangel vorliegt.
Die Ergebnisse der bauakustischen Messungen zwischen den
untersuchten Wohnungen erfüllten alle die Mindestanforderungen
nach der Salzburger Wohnbauförderungs -Verordnung.
Überrascht hat jedoch die große Bandbreite der
erzielten Luftschalldämmung, repräsentieren doch
die untersuchten 12 Wohnungen "akustisch vergleichbare"
Verhältnisse.
Eine mögliche Ursache für diese divergierenden
Ergebnisse ist der "Betoniermodus" bei Errichtung
der Wohnungstrennwände aus Holzspanbeton-Mantelsteinen.
Daraus wäre abzuleiten, dass hier klarere Vorgaben
über die baupraktische Vorgangsweise beim Versetzen
der Mantelsteine und dem Einbringen des Füllbetons
zu einer Qualitätsverbesserung des Schallschutzes führen
würden. Durch ergänzende Untersuchungen sollte
abgeklärt werden, inwieweit produktionsbedingte Einflüsse
auf die dynamische Steifigkeit der Holzspanbetonschicht
mit der daraus resultierenden Auswirkung auf die, die Schalldämmung
beeinflussende Resonanzfrequenz für die Ergebnisstreuung
verantwortlich sein können.
Aus den Untersuchungsergebnissen ist ferner abzuleiten,
dass bei unzureichender Ausführungsqualität die
Erfüllung der Schallschutz-Mindestanforderungen bei
kleinen Empfangsraum-Volumina nicht sichergestellt ist.
Biegeweiche Vorsatzschalen beim Trennbauteil sind in solchen
Fällen die zwangsläufige Konsequenz.
Maßgeblich - und für die Ausführung daher
unbedingt durch entsprechende Ausführungsqualität
zu berücksichtigen - ist jedenfalls die Dominanz der
Schallübertragung durch die Trennwand, deren Anteil,
bei gegenständlichen Grundrisssituationen (theoretisch
= rechnerisch und praktisch durch Körperschallmessung
bestätigt) mindestens 70 % beträgt.
Unter Zugrundelegung der Untersuchungsergebnisse wurde
für die praktische Anwendung ein Leitfaden erstellt,
welcher für die Planungsphase, die Bauausführung
und nicht zuletzt die Qualitätskontrolle konkrete Vorgaben
formuliert, deren Erfüllung die Erreichung der angestrebten
Schallschutzqualität sicherstellen soll.
Interessenten können
den vollständige Forschungsbericht gegen eine Gebühr
von 35,- Euro zzgl. MwSt. bei der bvfs bestellen.
Kontaktadresse: resch@bvfs.at
(Bitte geben Sie Ihre vollständige Adresse und Ihre Telefonnummer
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