Bautechnische Versuchs- und Forschungsansatlt Salzburg
Bautechnische Versuchs- und Forschungsanstalt Salzburg
Akkreditierte Prüf-, Überwachungs- und Kalibrierstelle
Akkreditiert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten und das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) nach
ÖVE/ÖNORM EN ISO/IEC 17025, EN 45004 - Notified Body Nr. 1086

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© 12/2001 BauR h.c. Dipl.-Ing. Herbert Kaltenböck


KONFORMITÄTS- UND IDENTITÄTSPRÜFUNG

1

Konformitätskontrolle

2

Die Konformitätsprüfung

3

Die Identitätsprüfung
4 Konformitätskontrolle für Beton nach Eigenschaften
  4.1 Konformitätskontrolle für die Druckfestigkeit
  4.2 Konformitätskriterien für andere Eigenschaften als die Druckfestigkeit
  4.3 Annahmezahlen
5 Identitätskontrolle für die Druckfestigkeit bei Beton
  5.1 Beton mit Zertifizierung der Produktionskontrolle
  5.2 Beton ohne Zertifizierung der Produktionskontrolle
6 Identitätskontrolle für andere relevante Betoneigenschaften
7 Maßnahmen bei Nichteinhaltung der Anforderungen
    Korrespondenz


1. Konformitätskontrolle

Unter einer Konformitätskontrolle versteht man die Kombination von Handlungen und Entscheidungen, die entsprechend zuvor angenommener Regeln über die Konformität durchgeführt und getroffen werden müssen, um die Übereinstimmung des Betons mit der Festlegung nachzuprüfen. Die Konformitätskontrolle ist stets integraler Bestandteil der Produktionskontrolle. Die Regeln hierfür sind in der B4700-1 niedergelegt.

Die Betoneigenschaften, die bei der Konformitätskontrolle festgestellt werden, sind die mit genormten Prüfverfahren (Prüfbuch Beton) gemessenen Eigenschaften. Die tatsächlichen Werte der Betoneigenschaften im Bauwerk können jedoch durchaus von den anhand der Prüfungen ermittelten abweichen, weil die Bauwerkskennwerte abhängig sind von z.B. Abmessungen des Bauwerks, Einbringen, Verdichten, Nachbehandeln und klimatischen Bedingungen.

Der Probenahme- und Prüfplan und die Konformitätskriterien müssen den Bestimmungen der B 4710-1 Abschn. 8.2 oder 8.3 entsprechen. Diese Regelungen gelten auch für Betonfertigteile, sofern in der entsprechenden Produktnorm keine anderen Regelungen angegeben sind. Falls der Verfasser der Festlegung größere Probenahmehäufigkeiten fordert, muss dies im Voraus vereinbart werden. Für Eigenschaften, die nicht in der B 4700-1 aufscheinen, müssen der Probenahme- und Prüfplan und die Konformitätskriterien zwischen Hersteller und Verfasser der Festlegung vereinbart werden.

Der Ort der Probenahme für Konformitätsprüfungen muss stets so gewählt werden, dass sich die maßgebenden Betoneigenschaften und die Betonzusammensetzung zwischen dem Ort der Probenahme und dem Ort des Einbaues nicht wesentlich ändern.

Sind Prüfungen einer Produktionskontrolle ident mit jenen der für eine Konformitätskontrolle geforderten, dann dürfen sie für die Beurteilung der Konformität herangezogen werden. Der Hersteller darf für den Nachweis der Konformität auch andere am gelieferten Beton ermittelten Prüfdaten verwenden.

Die Konformität oder Nichtkonformität ist nach den Konformitätskriterien zu beurteilen. Nichtkonformität muß zu weiteren Maßnahmen am Ort der Herstellung und auf der Baustelle führen.


2. Die Konformitätsprüfung


Unter der Konformitätsprüfung wird grundsätzlich eine Prüfung verstanden, bei der nachgewiesen wird, dass ein hergestellter Beton mit der Festlegung übereinstimmt. Die Konformitätsprüfung ist stets ein integraler Bestandteil einer Produktionskontrolle. Sie kann z. B. verglichen werden mit einer Prüfung, die früher im Rahmen der Eigenüberwachung durchgeführt wurde. Das Ergebnis der Konformitätsprüfung läßt den Schluß zu, dass - allgemein gesprochen - die Kennwerte des geprüften Betons konform den Soll-Werten sind.

3. Die Identitätsprüfung

Unter der Identitätsprüfung wird hingegen eine Prüfung verstanden, bei der nachgewiesen wird, dass ein definiertes Betonvolumen zur selben Grundgesamtheit gehört, für die die Konformität mit den Angaben des Herstellers nachgewiesen wurde. Eine Identitätsprüfung wird auf Veranlassung eines Auftraggebers durchgeführt. Sie kann verglichen werden mit der früher als „Güteprüfung" bezeichneten Qualitätskontrolle. Das Ergebnis einer Identitätsprüfung läßt den Schluß zu, dass die festgestellten Kennwerte eines geprüften Betons ident sind mit den statistischen Kennwerten des hergestellten Betons.

4. Konformitätskontrolle für Beton nach Eigenschaften

4.1 Konformitätskontrolle für die Druckfestigkeit  

Für Normalbeton und Schwerbeton der Festigkeitsklassen von C8/10 bis C55/67 müssen Probenahme und Prüfung entweder an einzelnen Betonzusammensetzungen oder an Betonfamilien mit festgestellter Eignung (siehe 3.1.14), wie vom Hersteller bestimmt (Erstprüfung), durchgeführt werden, sofern nichts anderes vereinbart ist. Grundsätzlich ist die Konformitätskontrolle auch für sogenannte Betonfamilien möglich.

Das Prinzip der Betonfamilien darf nicht auf Betone mit höheren Festigkeitsklassen angewendet werden. Dem Geiste der B 4710-1 nach wurde die Konformitätskontrolle betonbezogen gewichtet und wird ihr der Vorrang gegeben.

Für den Probenahme- und Prüfplan und die Konformitätskriterien von einzelnen Betonzusammensetzungen (oder allenfalls Betonfamilien) wird zwischen Erstherstellung und stetiger Herstellung unterschieden.

Die Erstherstellung beinhaltet die Herstellung von Beton bis zum Erreichen von mindestens 35 Prüfergebnissen.

Stetige Herstellung ist erreicht, wenn innerhalb eines Zeitraumes von nicht mehr als 12 Monaten mindestens 35 Prüfergebnisse erhalten wurden. Wenn die Herstellung einer einzelnen Betonzusammensetzung oder einer Betonfamilie für mehr als 12 Monate unterbrochen wurde, muss der Hersteller die Kriterien sowie den Probenahme- und Prüfplan für die Erstherstellung übernehmen.

Probenahmen und Mindesthäufigkeit

Betonproben müssen zufällig ausgewählt und nach EN 12350-1 entnommen werden. Die Häufigkeit der Probenahme hat Tabelle 1 zu entsprechen

Tabelle 1: Mindesthäufigkeit der Probenahme zur Beurteilung der Konformität (für Druckfestigkeit, Rohdichte und Wassergehalt des Frischbetons)

Herstellung Mindesthäufigkeit der Probenahme
 

Erste 50 m3 der Produktion
Nach den ersten 50 m3 der Produktion a
Beton mit Zertifizierung der Produktionskontrolle Beton ohne Zertifizierung der Produktionskontrolle
Erstherstellung (bis mindestens 35 Ergebnisse erhalten wurden)

3 Proben
1/200 m3 oder 2/Produktionswoche c
1/150 m3 oder
1/Produktionstag
stetige Herstellung b   1/400 m3 oder 1/Produktionswoche d
a Die Probenahme muss über die Herstellung verteilt sein und für je 25 m3 sollte höchstens eine Probe genommen werden.

b Wenn die Standardabweichung der letzten 15 Prüfergebnisse 1 ,37 überschreitet, ist die Probenahmehäufigkeit für die nächsten 35 Prüfergebnisse auf diejenige zu erhöhen, die für die Erstherstellung gefordert wird.

c * Leichtbeton: 1/100 m3 oder 1/Produktionstag

* W/B-Wert: :::0,38 bzw. Festigkeitsklasse ;::C60/67: 1/100 m3 oder 1/Produktionstag

d * Leichtbeton: 1/200 m3 oder 2/Produktionswoche

* W/B-Wert: 0. 38 bzw. Festigkeitsklasse , C60/67; 1/200 m3 oder 1/Produktionstag

Jede 2. Probenahme zur Beurteilung der Konformität mit Probewürfeln (Tabelle 1) kann durch eine Prüfung des W/B-Wertes ersetzt werden. Hiebei darf der laut Erstprüfung erforderliche W/B-Wert um 0,03 überschritten werden. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, hat der Festigkeitsnachweis an Probewürfeln zu erfolgen.

Unbeschadet der Anforderungen an die Probenahme müssen die Proben nach der Zugabe von Wasser oder von Zusatzmitteln unter der Verantwortung des Herstellers entnommen werden; eine Probenahme vor der Zugabe von Betonverflüssiger oder Fließmittel zum Angleichen der Konsistenz ist nur dann zulässig, wenn durch Erstprüfung nachgewiesen wurde, dass der Betonverf1üssiger oder das Fließmittel in der verwendeten Menge keine negativen Auswirkungen auf die Festigkeit des Betons hat.

Das Prüfergebnis muss von einem einzelnen Probekörper genommen werden oder als Mittelwert der Ergebnisse, wenn zwei oder mehr aus einer Probe hergestellte Probekörper im selben Alter geprüft werden.

Wenn zwei oder mehr Probekörper aus einer Probe hergestellt werden und die Spannweite der Prüfwerte mehr als 15 % des Mittelwertes beträgt, müssen die Ergebnisse außer Betracht bleiben, falls nicht eine Untersuchung einen annehmbaren Grund für das Verwerfen eines einzelnen Prüfwertes ergibt.

Für Erst- und Konformitätsprüfung bei Lagerung nach ÖNORM B 3303 müssen die in Tabelle 2 genannten Mindestwerte eingehalten werden.

Tabelle 2: Mindestdruck-Festigkeiten ( WN(150mm)) für Konformitäts- und Erstprüfung (Lagerung nach ÖNORM B3303)





Festigkeitsklasse
Mindestdruckfestigkeit von 15 cm Würfeln in N/mm2
Konformitätskontrolle Erstprüfung
Einzelwert MW von jeweils 3 Prüfungen 4)

1)


2)


3)
C 8/10 7 15 17 19 23
C 12/15 12 20 22 24 28
C 16/20 18 26 28 30 34
C 20/25 23 31 33 35 39
C 25/30 29 37 39 41 (45)
C 30/37 36 44 46 48 5)
C 35/45 45 53 55 57 /
C 40/50 50 58 60 62 /
C 45/55 56 64 66 68 /
C 50/60 61 69 71 73 /
C 55/67 69 77 79 81 /
C 60/75 75 83 85 87 /
C 70/85 85 93 95 97 /
C 80/95 96 104 106 5) /
C 90/105 106 114 116 / /
C 100/115 117 125 127 / /
1) Mikroprozessorsteuerung mit autom. Feuchtekorrektur

2) Massenmäßige Dosierung aller Ausgangsstoffe

3) Massenmäßige Dosierung der Ausgangsstoffe, außer Gesteinskörnung

4) Aus jeweils 3 aufeinanderfolgenden Prüfungen (in der Reihe)

5) mit diesem Verfahren nicht herstellbar

Unter Anwendung der Tabelle 2 wird auf die statistischen Konformitätskriterien der B 4710-1 gem. Tab. 14 verzichtet.

Der Konformitätsnachweis und die Erstprüfung kann auch nach 7 Tagen erfolgen und gilt als bestanden, wenn die Bedingungen nach Tabelle 3 erfüllt werden.

Tabelle 3: Mindestdruck-Festigkeiten ( WN(150mm), 7d) für Konformitäts- und Erstprüfung (Lagerung nach ÖNORM B3303) im Alter von 7 Tagen

Zement Mindestdruckfestigkeit von 15 cm Würfel (N/mm2)
CEM 32,5 Konformitätsprüfung 75 % nach Tab. 3 Erstprüfung 75% - 1 N/mm2 nach Tab. 3
CEM 42,5 Konformitätsprüfung 85 % nach Tab. 3 Erstprüfung 85% - 1 N/mm2 nach Tab. 3
CEM 52,5 Konformitätsprüfung 95 % nach Tab. 3 Erstprüfung 95% - 1 N/mm2 nach Tab. 3

4.2 Konformitätskriterien für andere Eigenschaften als die Druckfestigkeit

Die Konformitätskriterien für Eigenschaften außerhalb der Druckfestigkeit sind in B 4710-1 im Detail in der Tabelle 17 beschrieben. In der folgenden Tabelle 4 ist eine modifizierte Form der Normtabelle wiedergegeben. Die innerhalb der Tabelle 4 genannten Bezüge beziehen sich stets auf die B 4710-1.

Tabelle 4: Konformitätskriterien für andere Eigenschaften außer Druckfestigkeit und Konsistenz

Anforderung Eigenschaft Prüf- oder Bestimmungsverfahren Mindestanzahl von Proben oder Bestimmungsverfahren Annahmezahl Grenzabweichung einzelner Prüfergebnisse von den Grenzen der festgelegten Klasse oder von den Toleranzen des Zielwertes
Untergrenze Obergrenze
gem. Ergebnis Erstprüfung Rohdichte von Frischbeton ÖNORM B 3303 wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit





























Tabelle 19a
- 50 kg/m3 +50 kg/m3
5.5.2 Rohdichte von Schwerbeton







EN 2390-7
wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit - 30 kg/m3 keine Beschränkung 1)
5.5.2 Rohdichte von Leichtbeton wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit - 30 kg/m3 + 30 kg/m3
gem. Ergebnis Erstprüfung Wassergehalt Frischbeton ÖNORM B 3303 wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit - 10 kg/m3 + 10 kg/m3
Tabelle NAD 10, Abschn. 5.4.2 Wasserbindemittelwert







Abschn. 5.4.2
wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit keine Beschränkung 1) 0,02
Tabelle NAD 10, und/oder Erstprüfung Zementgehalt (Bindemittelgehalt) wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit - 10 kg/m3 keine Beschränkung 1)
5.2.9 Bluten des Betons ÖNORM B 3303 1000 m3

1 mal je Jahr

- 1 kg/m 3)
5.2.8 Wärmeentwicklung beim Erhärten   1000 m3

1mal pro Jahr

- 2 K 3)
Tabelle NAD 10, und/oder Erstprüfung Luftgehalt von Luftporenbeton ÖNORM B 3303 für Normal- und Schwerbeton und ASTM C 173 für Leichtbeton 1 Probe je Herstellungstag nach Stabilisierung - 0,5%

Absolutwert

+ 1,0% Absolutwert
5.2.7 Cloridgehalt von Beton Abschn. 5.4.2 die Bestimmung muß für jede Betonzusammensetzung gemacht werden, wenn der Chloridgehalt irgendeines Ausgangsstoffes ansteigt





0
keine Beschränkung 1) kein höherer Wert erlaubt
5.5.7 Abreissfestigkeit







ÖNORM B 3303




1000 m3

1mal pro Jahr









Tabelle 19a
- 0,3 N/mm2  
5.9 verzögerte Anfangserhärtung - 1 Stunde + 1 Stunde
5.2.8 Frischbetontemperatur wie Tabelle 13 für die Druckfestigkeit   + 1oC
Tabelle NAD 10, 5.5.5 Schleiverschleiß ÖNORM B 3126

1000 m3

1mal pro Jahr

- 1 cm3/50 cm2
5.3.2, 5.5.3 Wassereindringtiefe ÖNORM B 3303 - 5 mm
1) Falls Grenzwert festgelegt wird.

2) Wenn der geprüfte Wert (Einzelwert) um mehr als 10 l/m3 abweicht, ist die Pürfung zu wiederholen. Die Beurteilung der Einhaltung der Anforderungen hat dann mit dem Mittelwert aus beiden Proben zu erfolgen.

3) Wiederholung der Prüfung erforderlich, Mittelwert muß Anforderungen entsprechen.

4) Zulässige Abweichung für jeden Einzelwert vom Zielwert (Wert der Erstprüfung) 50 kg/m3

Für die Konformität der Konsistenz gilt die nachfolgende Tabelle 5.Die innerhalb der Tabelle 5 genannten Bezüge beziehen sich stets auf die B 4710-1.

Tabelle 5: Konformitätskriterien für die Konsistenz


Anforderung

Prüfverfahren
Mindestanzahl von Proben oder Bestimmungsverfahren
Annahmezahl
Grenzabweichung a einzelner Prüfergebnisse von den Grenzen der festgelegten Klasse oder von den Toleranzen des Zielwertes
Untergrenze Obergrenze
  Augenscheinprüfung Vergleich des Aussehens mit dem normalen Aussehen von Beton mit der festgelegten Konsistenz jede Mischung; bei Transportbeton: jede Lieferung





-






-






-
Tabelle 5 Verdichtungsmaß EN 12350-4 i) wie Häufigkeit nach Tab. 13 für Druckfestigkeit

ii) wenn der Luftgehalt geprüft wird



iii) in Zwiefelsfällen nach der Augenscheinprüfung

Tabelle 19b - 0,05 0,03
- 0,07 0,05
Tabelle 6 Ausbreitmaß EN 12350-5 Tabelle 19b - 15 mm + 30 mm
- 25 mm + 40 mm b
a Wenn es in der betreffenden Konsistenzklasse keine Unter- unbd Obergrenze gibt, sind diese Abweichungen nicht anwendbar.

b Nur anwendbar auf die Konsistenzprüfung an Proben, die zu Beginn des Entladens eines Fahrmischers entnommen werden (Abschn. 5.4.1).

 

4.3 Annahmezahlen

Allen Konformitätsprüfungen und Bewertungen liegen statistische Überlegungen zugrunde. Wie oft ein Kennwert außerhalb der festgelegten Grenzwerte liegen darf, ist in den sogenannten Annahmezahlen postuliert. Sie sind in Tabelle 6 wiedergegeben.

Tabelle 6: Annahmezahlen für Konformitätskriterien für andere Eigenschaften als die Festigkeit

AQL = 4 %

AQL Annehmbare Qualitätsgrenzlage
AQL = 15%
Anzahl der Prüfergebnisse Annahmezahl Anzahl der Prüfergebnisse Annahmezahl
1 -12 0   1 - 2 0
13 - 19 1   3 - 4 1
20 - 31 2   5 - 7 2
32 - 39 3   8 - 12 3
40 - 49 4   13 - 19 5
50 - 64 5   20 - 31 7
65 - 79 6   32 - 49 10
80 - 94 7   50 - 59 14
95 - 100 8   80 - 100 21
Ist die Zahl der Prüfergebnisse größer als 100, dürfen geeignete Annahmewerte aus Tabelle 2-A von ISO 2859-1: 1999 genommen werden.   Ist die Zahl der Prüfergebnisse größer als 100, dürfen geeignete Annahmewerte aus Tabelle 2-A von ISO 2859-1: 1999 genommen werden.


5. Identitätskontrolle für die Druckfestigkeit bei Beton

5. 1 Beton mit Zertifizierung der Produktionskontrolle  

Bei Betonen der Festigklasse C25/30 und höher und/oder solchen mit einem W/B-Wert von 0,55 soll sich der Bauherr von der Qualität des Betons überzeugen, wenn eine Gesamtkubatur von wenigstens 50 m3 vorliegt. Identitätsprüfungen sind zumindest nach 2000 m3 zu wiederholen. Im Regelfalle haben Identitätsprüfungen durch akkreditierte Prüfstellen zu erfolgen. Eine Identitätsprüfung bezieht sich auf einer Baustelle auch auf Lieferungen innerhalb einer Woche oder nicht mehr als 400 m3.

Die Identitätsprüfung gilt dann als bestanden, wenn die Identitätskriterien für die Druckfestigkeit gem. Tabelle 7 eingehalten werden:

Tabelle 7: Identitätskriterien für die Druckfestigkeit

Anzahl „n" der Prüfergebnisse für die Druckfestigkeit des definierten Betonvolumens Kriterium 1 Kriterium 2
Mittelwert der „n"-Ergebnisse (fcm)

N/mm2

jedes einzelne Pürfergebnis (fci) N/mm2
1 nicht anwendbar fck - 4
2 - 4 fck + 1 fck - 4
5 - 6 fck + 2 fck - 4
fck = charakteristische Mindestdruckfestigkeit

(fck, cube = charakteristische Mindestdruckfestigkeit, geprüft am Würfel)

Die angesprochenen Werte fck aus Mittelwerten (Kriterium 1) bzw. aus Einzelwerten (Kriterium 2) entstammen den Anforderungen an die Druckfestigkeitsklassen der Tabelle 8 (Würfel maßgebend!):

Tabelle 8: Druckfestigkeitsklassen für Normal- und Schwerbeton



Druckfestigkeits-

klasse

charakteristische Mindestdruckfestigkeit von Zylindern

fck, cyl

N/mm2

charakteristische Mindestdruckfestigkeit von Würfeln

fck, cube

N/mm2

C8/10 8 10
C12/15 12 15
C16/20 16 20
C20/25 20 25
C25/30 25 30
C30/37 30 37
C35/45 35 45
C40/50 40 50
C45/55 45 55
C50/60 50 60
C55/67 55 67
C60/75 60 75
C70/85 70 85
C80/95 80 95
C90/105 90 105
C100/115 100 115

 

5. 2 Beton ohne Zertifizierung der Produktionskontrolle

Bei Beton der nicht einer Zertifizierung der Produktionskontrolle unterliegt gelten die nachstehenden Bedingungen der Tabelle 9.

Tabelle 9: Identitätskriterien für die Druckfestigkeit bei Beton ohne Zertifizierung der Produktionskontrolle





Herstellung
Anzahl „n" der Prüfergebnisse für die Druckfestigkeit in der Reihe Kriterium 1 Kriterium 2
Mittelwert der „n"-Ergebnisse

(fcm)

N/mm2

jedes einzelne Prüfergebnis

(fci)

N/mm2

Erstherstellung 3 fck + 4

a

fck - 4

b

stetige Herstellung 15 fck + 1,48 fck - 4

c

a Festigkeitsklasse C60/75: fck + 5

b Festigkeitsklasse C60/75: fck - 5

c Festigkeitsklasse C60/75: 0,90 fck

fck = charakteristische Mindestdruckfestigkeit

(fck, cube = charakteristische Mindestdruckfestigkeit, geprüft am Würfel)

 

6. Identitätskontrolle für andere relevante Betoneigenschaften


Beton gilt dann als von einer konformen Grundgesamtheit stammend, wenn die Anforderungen gemäß Tabelle NAD 10 der B 4710-1 bzw. andere festgelegte Grenzwerte unter Berücksichtigung der Grenzabweichungen der vorliegenden Tabellen 4 und 5 erfüllt werden.

 

7. Maßnahmen bei Nichteinhaltung der Anforderungen

Grundsätzlich gilt bei Nichteinhaltung der Anforderungen, dass geprüft wird ob die Prüfungen richtig durchgeführt wurden und/oder ob die festgestellte Betongüte bzw. die im Bauwerk vorhandene Eigenschaft für die Standsicherheit und die vorgesehen Verwendung des Bauwerkes (oder Bauteiles) ausreichen oder welche Maßnahmen zu setzen sind, um diese sicherzustellen.

Die Standsicherheit eines Bauteiles kann nachgewiesen werden durch

* einen statischen nachweis, dass die ermittelte Druckfestigkeit ausreicht
* einen statischen nachweis, dass die für den betroffenen Bauteil ermittelte Festigkeit z. B. aus Bohrkernen ohne Altersabminderung ausreicht
* geeignete Maßnahmen, die zu einer Nacherhärtung und damit zum Erreichen der erforderlichen Festigkeit führen, einschließlich eines erneuten Nachweises an Bauwerksproben.

Bei anderen Güteeigenschaften, außer der Festigkeit, sind besondere Sanierungsmaßnahmen zu setzen, die die ursprünglich angestrebten Eigenschaften herbeiführen.

Für den Fall, dass die Nachweise für die vorgesehene Verwendung des Bauteiles nicht gelingen, ist der betreffende Bauteil abzutragen.

 

Korrespondenz:


BauR h.c. Dipl.-Ing. Herbert Kaltenböck
Zivilingenieur für Bauwesen 
Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger
Bautechnische Versuchs- und Forschungsanstalt Salzburg (bvfs)
Alpenstraße 157
A-5020 Salzburg

Tel.Nr.: +43 (0)662 621758-0
Fax : +43 (0)662 621758-199

e-mail : info@bvfs.at

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