Zunehmend
stehen für Bauvorhaben des Siedlungs-, Gewerbe- und
Verkehrswegebau nur noch Baugründe zweiter Wahl, z.B.
landwirtschaftlich nicht nutzbare Moorbereiche oder schwierige
Hangareale zur Verfügung; in den städtischen Ballungsräumen
bleibt oft nur mehr der Ausweg, Straßen und Parkflächen
in den Untergrund zu verlegen. Dem gegenüber stehen
hohe Qualitätsansprüche und Sicherheits-anforderungen
(z.B. gegen Schäden durch Naturkatastrophen) an das
Bauwerk.
Entsprechend dem hinsichtlich Baukosten und Bauzeit gegebenen
Optimierungszwang besteht die Gefahr das Baugrundverhalten
falsch einzuschätzen. Das Risiko für Bauwerksschäden
wie Schrägstellungen infolge unterschiedlicher Setzungen,
Rutschungen oder Grundbruch sowie schädliche Einflüsse
auf baustellenbenachbartes Gelände steigt.
Eine auf umfassende geotechnische Untersuchungen aufbauende
Baugrunderkundung und Baugrund-beurteilung ist somit unumgängliche
Voraussetzung für eine qualitative Planung und bildet
die Grundlage für kostenrelevante Entscheidungen
des Bauherren, Begutachtungen durch die öffentliche
Hand oder Entscheidungen auf der Baustelle
Wesentliche Bestandteile einer Baugrunderkundung sind
Bodenaufschlüsse zur Feststellung von Schichten-verlauf
und Grundwassersituation im Baugrund sowie die Ermittlung
maßgebender Boden- und Felskenn-werte aus Labor-
und Feldversuchen. Ergebnis ist eine umfassende geologisch-bodenmechanische
Darstellung des Bauwerksuntergrundes welche die Beurteilungsgrundlage
für Wechselwirkungen zwischen Baugrund und Bauwerk
bildet. Schwierige Baugrundsituationen werden rechtzeitig
erkannt und ein technisches Konzept etwa für die
Gründung eines Bauwerkes, die Sanierung oder messtechnische
Überwachung einer Rutschung kann erarbeitet werden.
Neben der Erkundung des Untergrundes als Baugrund ist
die Prüfung des Baustoffes "Erde" eine
weitere Aufgabe der Abteilung. Für den Erdbau als
spezielle Disziplin des Bauwesens ist die Eignungsprüfung
Grundlage für eine ordnungsgemäße Ausschreibung
und das Kriterium für die zu erreichende Qualität
im eingebauten Zustand.
Durch die Abteilung Geotechnik und Verkehrswegebau werden
diese Kriterien vor, während und nach dem Einbau
kontrolliert. Entweder wird an Ort und Stelle durch Feldversuche
oder an entnommenen Proben durch Laborversuche die Tragfähigkeit,
das Verformungsverhalten, die Frostsicherheit oder die
Durch-lässigkeit geprüft. Damit wird der Nachweis
über die erzielte Qualität erbracht. Sowohl
im Verkehrswegebau als auch beim Bau von Deponien und
Sportstätten sind diese Eignungs- Kontroll- und Abnahmeprüfungen
fester Bestandteil des Baugeschehens.
Besonders beim Bau von Deponien werden die Anforderungen
an die Qualität des Baustoffes "Erde" in
einem sehr hohen Maß gestellt. Im Deponiebau sind
daher bodenphysikalische, chemische und mineralogische
Parameter des Untergrundes und der verwendeten mineralischen
Basisabdichtung zu prüfen. Ergänzend dazu muss
das hydraulische und mechanische Verhalten der künstlichen
Dichtungssysteme durch Versuche erforscht werden.
Die bvfs kann auf langjährige Erfahrung im Bereich
Geotechnik verweisen und hat im eigenen Labor auch Forschungstätigkeit
(Entwicklung neuer Prüfmethoden, zukunftsweisender
Produkte und Technologien) umgesetzt und teils in Kooperation
mit naturwissenschaftlichen Instituten erprobt.
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